Historie des Stationenweges
Der genaue Ursprung des Kreuzweges nördlich von Horgauergreut zum Pfannenberg liegt im Dunkeln. Es gibt dazu weder mündliche Überlieferungen noch sind Urkunden bekannt. In der Beschreibung der Baudenkmäler des Landkreises Augsburg werden die sieben Stationshäuschen mit Stichbogennischen auf das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts datiert. Die eingesetzten Kreuzwegtafeln sind mit Öl auf Blech gemalt und es soll sich um Werke heimischer Handwerker handeln. Der Passionsweg ist somit ein gutes Beispiel für die Volksfrömmigkeit dieser Zeit, welche in Horgauergreut auch durch die nahegelegene Wallfahrtskirche St. Maria Magdalena belegt ist. Diese schmucke Filialkirche wird heute gerne für Hochzeiten und Taufen benützt.
Bereits um 1930 und 1950 wurden die Stationen restauriert. Als der Passionsweg 1984 wieder in einem desolaten Zustand war, entschloss sich die Freiwillige Feuerwehr Horgauergreut zu einer Patenaktion. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden erhielten die Bildstöcke neuen Glanz. Ein Stationshäuschen mußte wegen des exponierten Standortes sogar versetzt werden. Das Kreuz am Ende des Stationenweges wurde gemäß einer alten Familientradition von Familie Steppich, Besitzer des "Pfannenberger Hofes", erneuert. Die Passionstafeln wurden von dem Mindelheimer Restaurator Toni Mayer ausgebessert.

Renovierung 2003
Doch Wind, Wetter und herabfallende Äste schädigten leider Jahr für Jahr die Stationshäuschen. Durch Feuchtigkeit und Rost blätterte die Farbe auf den Passionstafeln ab. So entschloss sich die Freiwillige Feuerwehr Horgauergreut bereits 2001 mit dem alljährlichen Erlös des Erntedankwagens eine Rücklage für eine anstehende Sanierung des Stationenweges zu bilden. Nachdem von Spendern weitere finanzielle Unterstützung zugesagt wurde, konnte Anfang 2003 mit der Renovierung begonnen werden. Mit der Erneuerung der sieben bemalten Passionstafeln wurde der Restaurator Franz Kugelmann aus Großaitingen beauftragt.
Die Sanierung der Stationshäuschen wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Horgauergreut selber übernommen. Kommandant Peter Steppich fand zahlreiche fleißige Senioren und Kameraden für die anstehenden Maurer- und Malerarbeiten, allen voran Konrad Sandner sen. und Georg Bestler. Für die Spenglerarbeiten war vor allem Konrad Sandner jun. zuständig, während sich Johann Schierlinger der Christusfigur des Wegkreuzes annahm.

Passionsweg erhält Neuanstrich (2016)
Weiterhin nagt der Zahn der Zeit und die Witterung an den Bildstöcken, so dass diese laufend gepflegt und unterhalten werden müssen. Bereits vor ca. 30 Jahren hat sich die Freiwillige Feuerwehr Horgauergreut diese Aufgabeauf die Fahne geschrieben und kümmert sich seither mit einer Patenschaft um den Stationenweg. Seit Ihrer letzten Renovierung ist insbesondere der Anstrich stark verwittert. Dieser Zustand sollte nicht bleiben und das Kulturgut wieder in einen gepflegten Zustand versetzt werden. Mit Johann Schierlinger fand sich ein erfahrener Maler, der den Neuanstrich der Stationshäuschen sogleich in die Hand nahm, schließlich war er bereits bei der Renovierung im Jahr 2003 beteiligt. „Besonders anspruchsvoll war das Streichen der Sockel aufgrund unterschiedlicher Farben“ berichtet Johann Schierlinger. Nach zwei Tagen war die gute Tat dann getan. Die Materialkosten wurden von der Greuter Wehr aus dem Erlös vom Erntedankwagen finanziert.
Ein ganz besonderer Dank gilt auch der Familie Josefine und Peter Steppich aus Horgauergreut, die sich das ganze Jahr über um die Pflege und Mäharbeiten an den Bildstöcken kümmern, damit diese in würdevoller Pracht erstrahlen können.